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Welcher Laderegler für LiFePO4? MPPT vs. PWM einfach erklärt

van Janet Green Aan Dec 26, 2025

Welcher Laderegler für LiFePO4? MPPT vs. PWM einfach erklärt

Mit der neuen LiFePO4 Batterie haben Sie Ihrem Wohnmobil oder Boot ein echtes Upgrade gegönnt: mehr Kapazität, weniger Gewicht und eine stabile Spannung.
Doch dann taucht die entscheidende Frage auf:
Kann der vorhandene Solarladeregler weiterverwendet werden – oder gefährdet er die neue Batterie?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt. Wir erklären die Unterschiede zwischen MPPT und PWM, nennen die richtigen Einstellungen für LiFePO4 Batterien und zeigen, wie Sie Ihre Solaranlage optimal nutzen.

1. Warum LiFePO4 Batterien „andere Bedürfnisse“ haben

Um die richtige Wahl zu treffen, müssen wir kurz verstehen, was im Inneren der Batterie passiert. Keine Sorge, wir machen keine langweilige Chemiestunde daraus.

Stellen Sie sich Ihre alte Blei-Säure-Batterie wie einen robusten, aber etwas trägen Traktor vor. Um voll zu werden, braucht sie lange, sie muss langsam „gefüttert“ werden (Absorptionsphase) und ab und zu benötigt sie einen kräftigen Tritt (hohe Spannungsstöße zur Desulfatierung), um gesund zu bleiben.

Eine LiFePO4-Batterie hingegen ist wie ein moderner Hochleistungssportwagen oder ein Smartphone.

  1. Sie ist hungrig: Sie kann Strom extrem schnell aufnehmen.
  2. Sie ist empfindlich bei Überspannung: Während eine Bleibatterie zu hohe Spannung kurzzeitig „wegstecken“ (vergasen) kann, reagiert eine Lithium-Zelle darauf allergisch.
  3. Sie hasst „Memory-Training“: Funktionen wie Equalization (Ausgleichsladung) oder Desulfatierung, die für Bleibatterien lebenswichtig sind, sind für Lithium tödlich. Sie führen zu Spannungsspitzen, die das BMS (Batteriemanagementsystem) zum Abschalten zwingen oder im schlimmsten Fall die Zellen schädigen.

Das Fazit: Ein Laderegler, der stur sein altes Blei-Programm abspult, ist der natürliche Feind Ihrer neuen Lithium-Batterie. Sie benötigen einen Regler, der entweder einen speziellen LiFePO4-Modus besitzt oder bei dem Sie die Werte manuell einstellen können.

2. Das große Duell – PWM vs. MPPT

Wenn Sie nach Ladereglern suchen, stoßen Sie auf zwei Kürzel: PWM und MPPT. Der Preisunterschied ist oft enorm. Aber lohnt sich der Aufpreis?

Der PWM-Regler (Pulse Width Modulation)

Der PWM-Regler ist im Grunde ein schneller elektronischer Schalter. Er verbindet das Solarpanel direkt mit der Batterie.

Das Problem: Ein Solarpanel hat oft eine Spannung von 18V bis 22V. Ihre leere LiFePO4 Batterie hat aber vielleicht gerade nur 12.8V. Der PWM-Regler zieht die Spannung des Panels brutal auf 12.8V herunter.

Der Verlust: Die Differenz (von 18V auf 12.8V) verpufft einfach. Sie verschenken Leistung.

Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Wasserschlauch mit extrem hohem Druck (Solarpanel), müssen aber einen Eimer füllen, der nur wenig Druck verträgt. Ein PWM-Regler hält einfach den Daumen auf den Schlauch und spritzt viel Wasser daneben.

Der MPPT-Regler (Maximum Power Point Tracking)

Dies ist der „intelligente Transformator“. Er misst ständig die ideale Spannung des Solarpanels und wandelt die überschüssige Spannung in mehr Strom (Ampere) um.

Der Gewinn: Wenn Ihr Panel 20V liefert und die Batterie 12.8V braucht, wandelt der MPPT die 7.2V Differenz in zusätzlichen Ladestrom um.

Effizienz: Ein MPPT-Regler holt – besonders bei bewölktem Himmel oder im Winter – 20% bis 30% mehr Energie aus denselben Panels.

Weiterlesen: Was ist ein MPPT-Solarladeregler?

Vergleichstabelle: Welcher ist der Richtige für Sie?

Feature PWM Regler MPPT Regler
Kosten Sehr günstig (20€ - 50€) Teurer (80€ - 200€)
Effizienz Mittelmäßig (ca. 70-75%) Exzellent (95-99%)
Beste Anwendung Kleine Systeme (Gartenhaus, Koffer) Wohnmobile, Boote, Hausanlagen
Spannungstoleranz Panel-Spannung muss zur Batterie passen Panel-Spannung kann viel höher sein
Empfehlung Nur bei kleinsten Budgets Unsere klare Empfehlung

3. Dimensionierung – Wie groß muss der Regler sein?

Viele Nutzer kaufen „auf gut Glück“ einen 20A Regler. Doch passt der? Hier ist die einfache Formel, die Sie brauchen.

Formel:
Wattzahl der Solarmodule ÷ Batteriespannung (meist 12,8V) = Benötigte Ampere

Beispielrechnung:
Sie haben zwei 200 Watt Module auf dem Dach (insgesamt 400 Watt) und eine 12V LiFePO4 Batterie.
Rechnung: 400W ÷ 12,8V ≈ 31,25 Ampere.

Ergebnis: Ein 30A Regler wäre schon zu knapp und würde die Leistung begrenzen. Sie benötigen hier einen 40A MPPT Regler.

Profi-Tipp: Planen Sie Puffer ein! Solaranlagen neigen dazu, zu wachsen. Wenn Sie heute einen 30A Regler kaufen, der genau passt, müssen Sie ihn wegwerfen, wenn Sie nächstes Jahr ein weiteres Panel hinzufügen wollen. Kaufen Sie lieber gleich eine Nummer größer.

Redodo 40A MPPT 12V/24V Auto DC Eingang Solarladeregler mit Bluetooth Empfänger

4. Die Einstellungen – Das Herzstück

Dies ist der wichtigste Teil dieses Artikels. Egal ob Sie einen teuren Victron oder einen günstigen Regler nutzen: Wenn die Einstellungen falsch sind, leidet die Batterie.

Viele Regler haben ein Drehrad oder Menü für den Batterietyp.

Option A: Voreinstellung „LiFePO4“ oder „Lithium“
Wenn Ihr Regler das hat: Wählen Sie es aus. Meistens passt das sehr gut.

Option B: Der „User“ Modus (Benutzerdefiniert)
Hier stellen Sie die Werte manuell ein. Für eine 12V Redodo LiFePO4 Batterie sind dies die optimalen Werte für ein langes Leben:

Die goldenen Werte (für 12V Systeme)

  1. Ladeschlussspannung (Absorption Voltage / Boost):
    Idealbereich: 14.4V (empfohlen) bis 14.6V (Maximum).
    Warum: Hier wird die Batterie voll geladen und die Zellen balanciert. Gehen Sie nicht höher als 14.6V, sonst schaltet das BMS wegen Überspannung ab.
  2. Erhaltungsladung (Float Voltage):
    Idealbereich: 13.5V bis 13.8V.
    Warum: Lithium mag es nicht, dauerhaft auf 100% „gestopft“ zu werden. Sobald die Batterie voll ist, senkt der Regler die Spannung auf dieses Niveau, um die Selbstentladung auszugleichen und Verbraucher zu versorgen, ohne die Batterie zu stressen.
  3. Ausgleichsladung (Equalization):
    Einstellung: AUS / 0V / Deaktiviert.
    Wichtig: Dies ist der häufigste Fehler! Equalization jagt oft 15V oder mehr in die Batterie, um Säureschichten bei Bleibatterien zu durchmischen. Das zerstört LiFePO4-Zellen. Schalten Sie es aus oder setzen Sie die Spannung auf denselben Wert wie die Absorption.
  4. Temperaturkompensation (Temp Compensation):
    Einstellung: 0 mV/°C (Ausschalten).
    Warum: Bleibatterien brauchen bei Kälte höhere Spannungen. Lithium nicht. Eine aktive Kompensation könnte im Winter zu hohe Spannungen liefern.
  5. Entladeschlussspannung (Low Voltage Disconnect):
    Einstellung: 11.0V bis 11.5V.
    Hinweis: Dies gilt nur, wenn Sie Verbraucher direkt am „Load“-Ausgang des Reglers angeschlossen haben (meist nur für kleine Lichter).

5. Drei häufige Fehler bei der Installation (Vermeiden Sie diese!)

Selbst mit dem besten Regler kann man Fehler machen. Achten Sie auf diese Details:

Fehler 1: Die falsche Anschluss-Reihenfolge

Es gibt eine goldene Regel beim Anschließen von Solaranlagen:

  1. Zuerst die Batterie an den Regler anschließen. (Damit der Regler erkennt: „Aha, es ist ein 12V System“).
  2. Dann erst die Solarpanels an den Regler anschließen.

Machen Sie es andersherum, kann der Regler verwirrt sein oder durch Überspannung der Panels Schaden nehmen.

Fehler 2: Zu dünne Kabel

Vom Laderegler zur Batterie fließen hohe Ströme bei niedriger Spannung. Ein zu dünnes Kabel wirkt wie ein Flaschenhals.

Folge: Der Regler misst „14.4V“ und denkt, die Batterie sei voll, aber am Ende des dünnen Kabels kommen bei der Batterie nur 13.8V an. Die Batterie wird nie voll.

Tipp: Nutzen Sie bei 30-50A mindestens 6mm² oder besser 10mm² Kabel und halten Sie den Weg so kurz wie möglich (< 1 Meter).

Fehler 3: Laden bei Frost

LiFePO4 Batterien dürfen nicht unter 0°C geladen werden (Entladen ist okay).

Gute Laderegler können mit einem Temperatursensor gekoppelt werden und stoppen die Ladung bei Frost.

Alternativ können Sie eine Redodo LiFePO4 Batterie der Low-Temp-Serie verwenden. Dank integriertem Tieftemperaturschutz wird der Ladevorgang automatisch unterbrochen, sobald kritische Temperaturen erreicht werden – die Batterie schützt sich selbst zuverlässig.

Weiterlesen: Welche Fehler sind beim Aufladen von Batterien zu vermeiden?

6. FAQ – Häufig gestellte Fragen

F: Mein Laderegler hat keinen LiFePO4-Modus, nur "Gel" und "Sealed". Kann ich ihn trotzdem nutzen?
A: In vielen Fällen ja. Wenn Ihr Laderegler keinen speziellen LiFePO4-Modus hat, ist der „Sealed“-Modus meist die bessere Wahl, da seine Ladespannungen näher an denen von LiFePO4-Batterien liegen.
Wichtig ist, dass die Ladeschlussspannung nicht zu hoch eingestellt ist und keine aggressive Ausgleichsladung erfolgt. Prüfen Sie im Handbuch Ihres Reglers, ob sich die Spannungen manuell anpassen lassen. Ist das nicht möglich, empfiehlt sich langfristig ein LiFePO4-kompatibler Laderegler, um die Batterie optimal zu laden.

F: Kann ich Solar und Landstrom gleichzeitig nutzen?
A: Ja, das ist in der Regel möglich. Solar-Laderegler und Landstrom-Ladegeräte arbeiten unabhängig voneinander und versorgen die Batterie parallel.
Wichtig ist, dass beide Geräte für LiFePO4-Batterien geeignet sind und die passenden Ladespannungen verwenden. Moderne Batterien mit integriertem Batteriemanagement (BMS) sorgen zusätzlich für Sicherheit, indem sie den Ladevorgang überwachen.

F: Warum zeigt mein Laderegler 100% an, aber die Batterie ist laut Bluetooth-App erst bei 90%?
A: Das liegt daran, dass viele Laderegler den Ladezustand nur anhand der Spannung berechnen. Bei LiFePO4-Batterien ist die Spannung jedoch über einen großen Bereich sehr stabil – sie wirkt oft „voll“, obwohl noch Kapazität fehlt.
Die Bluetooth-App der Batterie nutzt dagegen genauere Daten wie Stromfluss und tatsächliche Ladeenergie. Deshalb ist die Anzeige in der App in der Regel präziser als die Prozentangabe des Ladereglers.

7. Fazit

Die Wahl des richtigen Ladereglers ist die Lebensversicherung für Ihre LiFePO4 Batterien.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  1. Setzen Sie auf MPPT statt PWM (außer bei Kleinstanlagen).
  2. Dimensionieren Sie den Regler großzügig (Watt ÷ Volt = Ampere).
  3. Stellen Sie die Spannung korrekt ein: 14.4V Absorption / 13.5V Float.
  4. Deaktivieren Sie Equalization und Temperaturkompensation.

Wenn Sie diese Punkte beachten, wird Ihre Solaranlage effizienter arbeiten als je zuvor, und Ihre Batterie wird es Ihnen mit einer Lebensdauer von über einem Jahrzehnt danken.

Sind Sie bereit, Ihre Autarkie auf das nächste Level zu heben?
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